Los Realejos

Eine der geschichtsträchtigsten Gemeinden der Insel

Los Realejos gehört zu den größten und traditionsreichsten Gemeinden im Norden von Teneriffa. Mit einer Fläche von rund 57,8 Quadratkilometern und etwa 38.000 Einwohnern erstreckt sich das Gemeindegebiet von der Küste bis in die höher gelegenen Bergregionen auf durchschnittlich 420 Metern Höhe. Nachbargemeinden sind Puerto de la Cruz, La Orotava und San Juan de la Rambla. Durch ihre Lage am Rand des fruchtbaren Orotavatals und ihre bewegte Geschichte zählt Los Realejos heute zu den kulturell bedeutendsten Orten der Insel.

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Die Entstehung von Los Realejos

Die Geschichte des Ortes ist eng mit der spanischen Eroberung von  Teneriffa verbunden. Im Jahr 1496 errichtete Alonso Fernández de Lugo hier nach dem Ende der Guanchenkriege sein königliches Lager. Daraus entstand der Name „Realejos“, der sich von den königlichen Militärlagern ableitet. Zunächst entwickelten sich die beiden getrennten Orte Realejo Alto und Realejo Bajo, die über Jahrhunderte eigenständig blieben. Erst am 16. Dezember 1950 wurden beide Gemeinden offiziell zur heutigen Gemeinde Los Realejos zusammengeschlossen. Die günstige Lage und der Handel führten dazu, dass sich zahlreiche wohlhabende Familien niederließen und prächtige Herrenhäuser errichteten, von denen jedoch viele im Laufe der Jahrhunderte durch Brände verloren gingen.

Bedeutende Kirchen und religiöses Erbe

Zu den wichtigsten historischen Bauwerken gehören die Kirchen der Gemeinde, die bis heute das kulturelle Erbe bewahren. Besonders hervorzuheben ist die Iglesia de Santiago Apóstol, die als erste nach der Eroberung von Teneriffa errichtete Kirche der Insel gilt. Ihr Ursprung reicht bis in das Jahr 1496 zurück. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Iglesia de la Concepción im historischen Ortsteil Realejo Bajo. Beide Gotteshäuser wurden aufgrund ihrer historischen und kulturellen Bedeutung als bedeutende Baudenkmäler anerkannt und zählen heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde. Sie erinnern an die frühe Kolonialgeschichte Teneriffas und prägen bis heute das Ortsbild.

Die berühmten Feste von Los Realejos

Weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist Los Realejos für seine zahlreichen Feste und Feierlichkeiten. Besonders während der Karnevalszeit herrscht im Ort eine ausgelassene Stimmung. Das bedeutendste Fest findet jedoch jedes Jahr Anfang Mai statt. Die „Fiestas de la Cruz“ gehen auf eine Tradition zurück, die kurz nach der Eroberung der Insel entstand. Über Jahrhunderte entwickelte sich daraus eines der spektakulärsten Volksfeste der Kanaren. Straßen, Kapellen und Häuser werden mit Blumen, Zweigen und Kreuzen geschmückt, während Musik, Umzüge und religiöse Feierlichkeiten die Gemeinde prägen.

Das spektakuläre Feuerwerk am 3. Mai

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten findet am Abend des 3. Mai statt. Dann verwandeln sich die Calle del Sol und die Calle del Medio in die Bühne eines außergewöhnlichen Wettbewerbs. Beide Straßenzüge treten mit aufwendig gestalteten Feuerwerken gegeneinander an und versuchen sich gegenseitig an Größe und Kreativität zu übertreffen. Das Spektakel dauert rund zweieinhalb Stunden und zieht jedes Jahr tausende Besucher an. Verantwortlich für viele der beeindruckenden Feuerwerke ist die traditionsreiche Familie Toste, deren Feuerwerkskunst seit mehr als 200 Jahren auf den Kanaren bekannt ist und bereits zahlreiche nationale sowie internationale Auszeichnungen erhalten hat.

Atemberaubende Aussichtspunkte in den Bergen

Los Realejos besitzt einige der schönsten Aussichtspunkte im Norden Teneriffas. Besonders bekannt ist der Mirador de La Corona im Ortsteil Icod el Alto. Von hier eröffnet sich ein beeindruckender Blick über das gesamte Orotavatal, die Nordküste und den Atlantik. Bei guten Wetterbedingungen reicht die Sicht sogar bis zum Teide. Aufgrund der günstigen Windverhältnisse ist dieser Aussichtspunkt zudem ein beliebter Startplatz für Gleitschirm- und Drachenflieger, die von hier aus über die spektakuläre Landschaft schweben.

Der legendäre Mirador El Lance

Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich der geschichtsträchtige Mirador El Lance. Dieser Ort erinnert an den letzten Guanchenkönig Bentor, der sich der spanischen Eroberung widersetzte. Der Legende nach stürzte er sich hier lieber in die Tiefe, als sich den Eroberern zu ergeben. Heute erinnert eine beeindruckende Bronzestatue an dieses Ereignis. Der Aussichtspunkt bietet nicht nur einen faszinierenden Blick auf das Orotavatal, sondern ist auch ein Ort des Gedenkens an die bewegte Geschichte Teneriffas und den Widerstand der Guanchen.

Küstenpanoramen und Naturparadiese

Auch entlang der Küste bietet Los Realejos beeindruckende Naturerlebnisse. Der Mirador de San Pedro eröffnet einen herrlichen Blick auf die berühmte Rambla de Castro mit ihren Palmenhainen, historischen Gebäuden und weitläufigen Bananenplantagen. Zu den beliebtesten Aussichtspunkten zählt außerdem der Mirador de La Grimona, von dem aus Besucher die Küstenlinie und die bekannte Playa El Socorro überblicken können. Diese Kombination aus Geschichte, Natur, Kultur und spektakulären Landschaften macht Los Realejos zu einem der vielseitigsten Reiseziele im Norden Teneriffas. Wer seinen Teneriffa Urlaub abseits der klassischen Touristenorte verbringen möchte, findet hier authentische kanarische Traditionen, beeindruckende Aussichtspunkte und einige der schönsten Landschaften der Insel.

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