Casa El Molino de Garachico

Ein bedeutendes Zeugnis aus Garachicos Geschichte

Die Casa de los Molinos in der Calle Esteban de Ponte 69 in Garachico ist ein kleines, aber historisch sehr aufschlussreiches Gebäude, das heute als Museum dient. Obwohl der Name „Casa de supervivientes de la lava“ umgangssprachlich verwendet werden kann, ist dies tatsächlich das ehemalige Gebäude der Getreidemühle, das vom Rathaus restauriert und 1986 als Museum eröffnet wurde. Diese Widmung zeigt, wie wichtig das Bauwerk für das kollektive Erinnern an die gewaltige vulkanische Vergangenheit der Stadt ist.

Ein Museum über Natur und Mensch im Wandel

Die Inschrift am Gebäude „Esta Casa de los Molinos fue restaurada y convertida en museo por el Ayuntamiento en junio de 1986“ bedeutet auf Deutsch: „Dieses Haus der Mühlen wurde im Juni 1986 vom Rathaus restauriert und in ein Museum umgewandelt.“ Damit bestätigt die Stadt Garachico offiziell die Bedeutung des Hauses für das kulturelle Erbe. Das Museum im Innern bietet heute Ausstellungen zur vulkanologischen Geschichte der Gemeinde und erklärt den Besuchern, wie eng der Alltag der Bewohner früher mit den Kräften der Natur verknüpft war.

Die Lava von 1706. Eine Zäsur für Garachico

Im Jahr 1706 veränderte eine gewaltige vulkanische Eruption das Gesicht von Garachico dauerhaft. Der Vulkan Trevejo brach aus und schickte sieben Lavastrome talwärts, die den alten Hafen und große Teile des Orts unter sich begruben. Dieser Ausbruch gilt als einer der prägendsten in der Geschichte von Teneriffa, weil er das wirtschaftliche Zentrum des damaligen Hauptumschlagsplatzes für Handel mit Europa und Amerika vernichtete und zum Niedergang des Hafenorts führte. Obwohl es damals keine dokumentierten Todesopfer gab, wurde ein Großteil der Infrastruktur zerstört und die Bevölkerung stark reduziert.

Das Gebäude im Kontext der Lava und des Alltags

Die Casa de los Molinos selbst gehört zu jenen seltenen historischen Bauwerken in Garachico, die in der Zeit des Ausbruchs entweder verschont blieben oder später bewusst erhalten wurden. Ursprünglich Teil eines größeren Ensembles von Getreidemühlen, ist dieses Haus der letzte noch existierende Zeuge dieser frühen handwerklichen Infrastruktur der Stadt. In früheren Jahrhunderten betrieben mehrere Mühlen in diesem Viertel die Verarbeitung von Getreide mithilfe von Wasserkraft, doch im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwanden die anderen Gebäude. Das verbliebene Haus wurde später in das städtische Bewusstsein integriert und dient heute gerade wegen seines Alters und seiner Substanz als Fenster in die Lebenswelt vor der Katastrophe.

Heute ein lebendiges Denkmal im historischen Garachico

Als Museum vermittelt die Casa de los Molinos nicht nur Fakten über die vulkanischen Ereignisse, sondern auch über den Alltag der Einwohner vor und nach der Eruption. Beim Rundgang durch die Calle Esteban de Ponte wird deutlich, wie die Stadt aus der Lavalandschaft heraus neu gewachsen ist und ihre Identität bewahrt hat. In einem Ort, der oft als „Stadt, die aus der Asche auferstand“ beschrieben wird, zeigt dieses Gebäude, wie eng Kultur, Natur und Erinnerung miteinander verknüpft sind. Heute ist die Casa de los Molinos ein Ort des Lernens und des Staunens über die Widerstandskraft der Menschen und die Kraft der Natur. 

 

Es ist kein offiziell durchgehender Museums-Betrieb mit regelmäßigen täglichen Öffnungszeiten. Die kleine Ausstellung kann gelegentlich geöffnet sein, zum Beispiel im Rahmen von städtischen Kulturprogrammen oder besonderen Veranstaltungen.

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