Plaza de Andrés de Lorenzo Cáceres

Plaza de Andrés de Lorenzo Cáceres – Überblick

Die Plaza de Andrés de Lorenzo Cáceres ist das grüne, ruhige Herz von Icod de los Vinos und einer der schönsten historischen Plätze im Norden von Teneriffa. Sie liegt erhöht im Altstadtensemble und verbindet Geschichte, sakrale Architektur und viel Alltagsleben unter hohen Lorbeerbäumen und Palmen. An ihrer Westseite schließt die Pfarrkirche San Marcos Evangelista an, während sich in den Kieswegen, Beeten und auf der zentralen Promenade immer wieder Blickfenster zum Drago-Milenario-Areal öffnen. Der Platz gehört zum Historischen Stadtkern von Icod, das als Kulturdenkmal geschützt ist.

Lage & Atmosphäre

Der Platz breitet sich in leichter Hanglage aus, das erklärt die massiven, außen verstärkten Stützmauern und den Balustraden artigen Abschluss, der ihn wie eine helle Bühne wirken lässt. Im Schatten alter Lorbeerbäume spielt sich viel vom täglichen Leben der Stadt ab. Kinder mit Eis, ältere Herren auf den Bänken, Paare beim Spazierengehen am frühen Abend. Die Nähe zum Parque del Drago macht die Plaza zu einem natürlichen Zwischenstopp bei jedem Stadtbummel.

Gestaltung & Details

Die heutige Gestaltung folgt einer gemäßigten neoklassizistischen Linie mit breiten Gehachsen, dichtem Grün und einem umlaufenden Balustraden Geländer. Ein besonderer Akzent ist die monumentale Granit-Freitreppe von 1913, entworfen vom Künstler Francisco Granados nach Plänen des Architekten Antonio Pintor. Finanziert wurde sie von der Condesa de Sietefuentes und Mitgliedern der Familie Lorenzo-Cáceres, auf den Postamenten ruhen klassizistische Vasen. Zwei historische Brunnen mit Löwenkopf-Ausgüssen speisen schalenförmige Becken, kleine Schmuckstücke, die dem Platz zusätzlich Ruhe und Symmetrie geben.

Die Kirche San Marcos Evangelista

An der Plaza steht die Pfarrkirche San Marcos, wichtigstes Gotteshaus der Stadt. Der Bau geht in seinen Ursprüngen auf das frühe 16. Jahrhundert zurück und wurde mehrfach erweitert. Auffällig sind die weiß gekalkten Fassaden, das dunkle Steinportal und der markante Glockenturm, ein schönes Beispiel kanarischer Sakralarchitektur. Im Inneren bewahrt die Kirche bedeutende Werke der Inselbarock-Tradition und beherbergt das Museo de Arte Sacro.

Kunst, Denkmäler & Musikpavillon

Zwischen Beeten und Wegen finden sich mehrere Büsten bedeutender Persönlichkeiten, darunter der aus einer Familie abstammende venezolanische Unabhängigkeitsführer José Antonio Páez. Sein bronzener Büste steht auf hohem Sockel und erinnert an die Verbindungen von Icod de los Vinos zu Lateinamerika. Daneben ehren Denkmäler u. a. den ehemaligen Bürgermeister Francisco G. Fajardo Hernández-Bermejo und den Stadtschronicar Emeterio Gutiérrez López. In den Gärten steht zudem eine abstrakte Skulptur von Fernando García-Ramos, ein „Monument für den anonymen Musiker“. Mittelpunkt vieler Veranstaltungen ist der kleine modernistische Musikpavillon.

Historischer Hintergrund und der Namensgeber

Die Plaza entstand als kleine Kirchvorfläche im 16. Jahrhundert und wurde im 17. und 18. Jahrhundert schrittweise erweitert. Ihr Untergrund erzählt jedoch eine ältere Geschichte. Ein großer Teil des heutigen Platzes liegt auf dem Areal und den Resten des 1630 gegründeten Zisterzienserinnen-Klosters San Juan Bautista y San Bernardo. Bis 1909 durchschnitt eine alte Straße das Gelände, erst im 20. Jahrhundert erhielt die Plaza ihre heutige, klar gefasste Form mit Einfriedung. Benannt ist der Platz nach Andrés de Lorenzo-Cáceres y Ossuna (1842–1908), Angehöriger einer einflussreichen Familie aus Icod del los Vinos und Träger des Titels Conde de Sietefuentes. Er wurde in Icod de los Vinos geboren und ist in der Stadtgeschichte vielfach präsent, nicht zuletzt durch die gegenüber liegende Casa Lorenzo-Cáceres, ein herausragendes neoklassizistisches Bürgerhaus.

Grüne Oase & Feste 

Die dichte Bepflanzung mit Lorbeerbäumen und Palmen spendet zuverlässig Schatten und lässt Wege und Sitzbereiche kühl wirken, ein Segen an warmen Tagen. Durch Öffnungen im Grün ergeben sich schöne Sichtachsen zur Fassade der San-Marcos-Kirche und, ein paar Schritte weiter, zum Drago Milenario. Mehrere erhöhte Punkte und eine Pergola am Rand liefern die beliebten Fotomotive auf Baumkrone, Kirchturm und bei klarer Sicht, die Silhouette des Teide. Die Plaza ist Bühne städtischer Höhepunkte. Besonders belebt ist der Karfreitagnachmittag der Semana Santa, wenn Prozessionen die Anlage füllen. Im April rahmt die Plaza die „Fiesta Canaria“ zu Ehren des Stadtpatrons San Marcos Evangelista und den traditionellen „Paseo de las Tradiciones“. Eine weitere große Zusammenkunft ist das Fest des Santísimo Cristo del Calvario im September. Dazwischen sorgen Konzerte der Stadtkapelle im Musikpavillon für regelmäßige Klangmomente.

Nachbarschaft und Praktische Hinweise

Nur wenige Schritte trennen die Plaza vom Parque del Drago mit dem berühmten Drachenbaum, auch Mariposario, das Museo de Arte Sacro, die Plaza de la Constitución („Plaza de la Pila“) und mehrere historische Stadthäuser liegen in unmittelbarer Umgebung. Wer Icod de los Vinos komprimiert erleben will, beginnt oder endet seinen Rundgang hier. Die Plaza liegt im historischen Zentrum an der Calle San Sebastián/Rambla Pérez del Cristo. Dank der zentralen Lage erreichen Sie sie bequem zu Fuß vom Besucherzentrum des Drago-Parks. Die leicht erhöhte Anlage ist über die große Freitreppe und über seitliche Zugänge erreichbar, im Tagesverlauf bieten die Baumkronen viel Schatten, ideal für Pausen zwischen Kirchenbesuch, Drachenbaum-Fotostopp und Café. Wer Ruhe sucht, kommt vormittags, am späten Nachmittag füllt sich der Platz mit lokalem Leben.

Fazit

Die Plaza de Andrés de Lorenzo Cáceres vereint Icod de los Vinos ganze DNA auf wenigen tausend Quadratmetern, sakralen Mittelpunkt, koloniales Stadtbild, atlantisches Licht und die Nähe zum mythischen Drachenbaum. Wer verstehen will, warum Icod de los Vinos mehr ist als „nur“ der Drago, nimmt sich hier Zeit, für Details aus Stein und Bronze, für die Musik im Pavillon und für das leise Rascheln der Lorbeerblätter.

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