Eine traditionsreiche Stadt im Norden von Teneriffa
Tacoronte liegt im Nordosten von Teneriffa zwischen San Cristóbal de La Laguna und El Sauzal und zählt heute rund 24.000 Einwohner. Die Gemeinde erstreckt sich von der Atlantikküste bis in die bewaldeten Höhenlagen des Inselinneren und gehört zu den geschichtsträchtigen Orten der Insel. Der Name Tacoronte geht vermutlich auf das Guanchenwort „Tagoror“ zurück, das einen Versammlungsort der Ureinwohner bezeichnete. Mit ihren historischen Gebäuden, den fruchtbaren Landschaften und ihrer langen Tradition ist die Stadt bis heute ein bedeutendes Zentrum im Norden von Teneriffa.
Die Geschichte von Tacoronte
Nach der Eroberung von Teneriffa durch die Truppen der kastilischen Krone zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden große Teile des heutigen Gemeindegebietes dem portugiesischen Konquistador Sebastián Machado aus Guimarães zugesprochen. Bereits im Oktober 1497 taucht Tacoronte erstmals in historischen Dokumenten auf. Dieses Jahr gilt als offizielles Gründungsjahr der Stadt. Im Jahr 1997 feierte Tacoronte daher sein 500-jähriges Bestehen. Rund um die erste Kapelle, die Sebastián Machado an der Stelle der heutigen Kirche Santa Catalina errichten ließ, entwickelte sich nach und nach der ursprüngliche Ortskern, aus dem die heutige Stadt entstand.
Die Kirche Santa Catalina und das religiöse Erbe
Das historische Zentrum von Tacoronte wird bis heute von der imposanten Kirche Santa Catalina geprägt. Sie zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten der Region und bildet seit Jahrhunderten den Mittelpunkt des religiösen Lebens. Oberhalb der Kirche entstand im Jahr 1649 ein Augustinerkloster, das an der Stelle einer älteren Kapelle des Heiligen Sebastian errichtet wurde. Die dazugehörige Klosterkirche wurde nach 1664 fertiggestellt und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen religiösen Zentrum. Besonders verehrt wird hier die Skulptur des Santísimo Cristo de los Dolores, die zu den bekanntesten religiösen Darstellungen von Teneriffa gehört und jährlich zahlreiche Gläubige anzieht.
Kultur, Geschichte und historische Bauwerke
Direkt neben dem Heiligtum befindet sich das ehemalige Kloster Los Padres Agustinos Calzados. Das historische Gebäude beherbergt heute die Casa de la Cultura, das Kulturzentrum von Tacoronte. Hier finden regelmäßig Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen und Konzerte statt. Ebenfalls sehenswert ist die historische La Alhóndiga, ein öffentlicher Getreidespeicher aus dem 17. Jahrhundert. In einer Zeit, als es weder Banken noch moderne Verwaltungseinrichtungen gab, wurden hier die wertvollen Getreidevorräte der Gemeinde gelagert. Gegenüber befindet sich der Kalvarienberg El Calvario, der früher bei religiösen Prozessionen als Rast- und Gebetsstation diente und bis heute an die religiösen Traditionen der Stadt erinnert.
Weinbau, Landwirtschaft und der beliebte Bauernmarkt
Tacoronte gehört zu den bekanntesten Weinregionen von Teneriffa. Die fruchtbaren Vulkanböden und das günstige Klima schaffen ideale Bedingungen für den Weinbau, der seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielt. Besonders bekannt ist die Gemeinde für die Herkunftsbezeichnung Tacoronte-Acentejo, eines der renommiertesten Weinanbaugebiete der Kanarischen Inseln. Wer die regionalen Spezialitäten kennenlernen möchte, sollte den beliebten Bauernmarkt im Ortsteil San Juan besuchen. Seit 1987 verkaufen hier Landwirte und Produzenten ihre Waren direkt an die Besucher. Neben frischem Obst und Gemüse werden auch Käse, Honig, Fisch, Backwaren, traditionelle Süßspeisen und natürlich die bekannten Weine der Region angeboten. Der Markt findet jeden Samstag und Sonntag von 9 bis 14 Uhr statt und zählt zu den beliebtesten Märkten im Norden von Teneriffa.
Zwischen Atlantikküste und Lorbeerwäldern
Eine Besonderheit von Tacoronte ist die enorme landschaftliche Vielfalt. Das Gemeindegebiet reicht von der Küstensiedlung El Pris direkt am Atlantik bis hinauf in die grünen Lorbeerwälder von Agua García auf rund 1.200 Metern Höhe. Dadurch bietet die Region eine beeindruckende Mischung aus Küstenlandschaften, Weinbergen, landwirtschaftlich genutzten Flächen und uralten Wäldern. Besonders die geschützten Lorbeerwälder zählen zu den schönsten Naturgebieten der Insel und laden zu ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen ein. Wer während seines Teneriffa Urlaub das authentische Leben der Insel kennenlernen möchte, findet in Tacoronte eine gelungene Kombination aus Geschichte, Natur, Kultur und kanarischer Lebensart. Trotz seiner zahlreichen Sehenswürdigkeiten wird der Ort von vielen Reisenden noch immer unterschätzt und gilt deshalb als echter Geheimtipp im Norden von Teneriffa.
