Pyramiden von Güimar

Die Pyramiden von Güimar sind  immer noch ein Rätsel für Forscher überall auf der Welt. Die sorgsam angehäuften Lavasteine liefern schon seit Jahrzehnten hervorragenden Stoff für Zankereien unter den Gelehrten, doch ihre wahre Funktion wird wohl immer im unklaren bleiben.

Pyramiden gibt es an den verschiedensten Orten auf der Welt. In Südamerika pflegten die Maya ihre garstigen Rituale auf den Spitzen der Bauwerke aus gigantischen Felsquadern, und die unter dem Meeresspiegel liegende Pyramide von Yonaguni zeugt von erstaunlichen architektonischen Fähigkeiten ihrer Erbauer. 

Aber die wohl bekanntesten Exemplare der dreieckigen Monumente finden sich natürlich in Ägypten. Die Pyramiden von Gizeh sind die wahrscheinlich bekanntesten Bauwerke der Menschheit. Standen sie Pate für die rätselhaften Bauwerke auf Güimar?

Thor Heyerdahl und seine Theorien

 

“Entdeckt” wurden die 6 rechteckig angeordneten Steinterrassen auf Teneriffa im Jahre 1991 von Thor Heyerdahl, einem norwegischen Abenteurer und Forscher. Er war fasziniert von der Präzision der pyramidenartigen Bauwerke, die ohne Mörtel aus dem Vulkangestein der Insel errichtet wurden.

Seit diesem Tag wurde eine heftige Debatte zwischen Archäologen, Anthropologen, Esoterikern, Astronomen und Historikern auf der ganzen Welt losgetreten. Heyerdahl behauptete, die Pyramiden von Güimar währen unter dem kulturellen Einfluss von Besuchern aus Ägypten entstanden. Um zu beweisen, das eine Reise über das Mittelmeer zu der damaligen Zeit möglich war, überquerte er den Ozean in einem Boot aus Papyrus.

Zeugnis von Hochkultur oder simple Steinhaufen?

 

Es gibt einige Fakten, die eindeutig gegen Heyerdahls Theorien sprechen. Auf Teneriffa war es eine gewöhnliche Praktik der Bauern, störende Lavasteine aus den Feldern zu entfernen und zu Steinhaufen aufzuschichten. Nach einer Analyse des Gesteins der Pyramiden kamen Experten zu dem Schluss, dass das Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert stammen muss.

Diese Theorie wurde von Heyerdahl natürlich heftigst bestritten. Der Forscher betonte die glatten Aussenseiten der Steine in den Mauern, und die präzise astrologische Ausrichtung der Anlage. Es handle sich hier keinesfalls um zufällig angehäuftes Geröll, sondern um Bauwerke von hohem anthropologischen Interesse.

Hierzu bleibt zu sagen, das Heyerdahl Zeit seines Lebens ein Freund von konspirativen Theorien über den kulturellen Austausch zwischen Völkern der verschiedenen Kontinente war. Sein Freund war zudem der Betreiber der Fähren von Teneriffa, was den Ehrgeiz zur Verfechtung seiner Überzeugungen erklärt. Heute ist in einem Museum unter anderem ein Nachbau des Papyrusschiffes von Heyendahls Expeditionen zu sehen.